Samstag, 20. Oktober 2018

Jaisalmer -27. 10. 2018

Jaisalmer hatte ich noch von meinem ersten Indienbesuch im Jahre 1981 als Sehnsuchtsort in Erinnerung. In der Wüste Tah gelegen, schon ganz nah an der pakistanischen Grenze mit einem mächtigen Fort versehen, in welchem sich auch heute noch die Altstadt befindet.

In den engen verwinkelten Gassen spielt sich auch heute noch ein Leben ab, wie wir es uns in 1001 Nacht vorgestellt haben.





Überhaupt erinnert vieles an andere Wüstenstädte im arabischen Raum. Die Bevölkerung besteht mittlerweile wieder zur Hälfte aus Muslimen, „weil die sich stärker vermehren als die Hindus“. So erklärte es uns ein junger Café Besitzer in Jaisalmer, mit dem wir ins Gespräch kamen. Die vielen Paläste, Schlösser und Burganlagen sind im Rajthani Stil gebaut, der aber offensichtlich vom Stil, der damals in Delhi herrschenden islamischen Großmoghulen beeinflusst wurde.
Jaisalmer ist heute eine Touristenhochburg par excellence. Vor allem Backpacker fühlen sich hier wohl. Sie erwartet eine Vielzahl von Abenteuer Erlebnissen, angefangen vom Kamelreiten, dem Übernachten in der Wüste, bis zum Sanddünen Cruising mit dem Squad. Unsere Reisegruppe schaute sich vom Kamelrücken den Sonnenuntergang an. Wir besuchten in der Altstadt noch einige Havelis, das sind alte Bürgerpaläste, und genossen die Abendstimmung vom Dach eines hübschen Restaurants aus.



Am Morgen hatten wir den nahe gelegenen See besucht und das dort gelegene Grabmal einer Maharadscha Gattin für den Herrn Maharadscha. Wer denkt dabei nicht an das Taj Mahal.



Ich will euch noch ein Bild von unserem Reiseführer Yogi zeigen und einige Eindrücke aus der Altstadt. 










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So, und mit diesem hübschen Mädchen, welches sich gern fotografieren ließ, ohne dafür Geld zu verlangen, möchte ich den heutigen Blog abschließen. Wir sind schon wieder eine Station weiter in Bikaner und wir haben gutes WLAN.










Von Jodhpur nach Jaisalmer

Auf der Fahrt nach Jodhpur besuchten wir in der Abgeschiedenheit der Aravelli Berge den Adinath Jain Tempel in Ranakpur. Herrlich gelegen auf fast 1000 Metern Höhe inmitten einer bewaldeten Berglandschaft war der Tempel fast zwei Jahrhunderte der Wildnis überlassen worden, bevor ihn die Engländer im 19. Jahrhundert wieder restaurierten. Der Tempel ist wirklich besonders schön.




Besucher zahlen fürs Fotografieren extra 100 Rupien, weshalb ich mich mit dem Anschauen begnügte, und euch jetzt drei Fotos von Heiko präsentiere.






Auf der Fahrt sahen wir auch eine Wassermühle im alten Stil: Zwei Ochsen ziehen mit Hilfe einer Eimerkette Wasser nach oben.


In einem Restaurant beeindruckten vor allem die Frösche am Innenteich.


Und ein alter Bedford am Eingang erzählte von kolonialer Vergangenheit.










Donnerstag, 18. Oktober 2018

Udaipur, Jodhpur

Wir hatten gewusst, dass Rajasthan flächenmäßig eines der größten Bundesländer Indiens ist, hatten aber nicht bedacht, dass das Busreisen so viel Zeit in Anspruch nehmen würde. Nach Udaipur fuhren wir sieben Stunden, nach Jodhpur noch länger. So ist diese Reise wahrlich eine Busreise. Man sieht ja auch so einiges vom Bus aus.


Hier zum Beispiel sehen wir, wie eine Rinderherde auf dem Mittelstreifen auf eine Gelegenheit wartet, die Autobahn zu überqueren. Nicht alle Kühe sind so geduldig. Manche laufen auch los, wenn die Fahrbahn nicht frei ist.


Die Autofahrer wissen das, und fahren entsprechend vorsichtig. Das wiederum führt dazu, dass ein flottes Fortkommen auf den Straßen nicht möglich ist.
Hier sehen wir eine heilige Stätte nahe der Autobahn. Ein Motorradfahrer starb nach einem Unfall und erschien den Zurückgebliebenen Dorfbewohnern als Geist. 




Sein Andenken wird verehrt, und Frauen binden am Baum, an den er fuhr, bunte Bänder, um ihre Liebsten damit zu schützen.

In Udaipur blieben wir zwei Nächte ausgerechnet im schlechtesten Hotel bislang. Das Personal ist lustlos, die Zimmer schmutzig, und gelegentlich trifft man im Zimmer auf Kakerlaken oder anderes Ungeziefer. Dennoch wurde unser Aufenthalt in Udaipur zum Erfolg.
Zunächst besuchten wir den Saheliyon-ki-Bari, den Garten der Ehrenjungfrauen. Dieser Garten wurde geschaffen zu Ehren der 48 Mädchen, die der islamische Herrscher Akbar als Zeichen seiner Wertschätzung nach Udaipur schickte. Dieser einstige Lustgarten ist auch heute noch ein Ort der Frauen.

Für nur wenige Rupien nahmen sie mich in ihre Mitte. Manchmal muss ich auch nichts bezahlen, wenn mich eine Familie ablichtet. Ist es der Hut? Oder die Sonnenbrille? Jedenfalls bin ich als Modell in Indien sehr begehrt.


Am nächsten Tag besuchten wir den Jagdisch Tempel und den Stadtpalast. 






Der Weg zum Stadtpalast war mit bunten Bändern geschmückt. Zur Zeit feiern die Hindus in ganz Indien ein neuntägiges Fest, über dessen Sinn ich euch leider nichts erzählen kann. Lediglich, dass dabei viel Musik gemacht und getanzt wird, und dass am Ende die Teufelsfiguren verbrannt werden. Wir kriegten das alles hautnah mit, denn am Nachmittag durchstreiften wir unabhängig von der Gruppe die Stadt. Und wie es mit Heiko unvermeidlich ist, bekamen wir auch viel Kontakt zu den Einheimischen.
Wir fanden einen reizvollen Weg am Seeufer und ein Dachrestaurant mit hervorragendem Capucchino.







Das Capucchino ist deshalb wichtig zu erwähnen, weil jeglicher Kaffee in Indien normalerweise grusig schmeckt! 
Ich verwöhnte mich mit einer Ayurveda Massage. Und am Abend gingen wir noch fein essen in der Altstadt, und ließen das schlechte Hotel Essen unberührt. Nach Rückkehr mit dem Tuktuk ins Hotel um zehn wurden wir von den Reisegenossen als Abenteurer bestaunt, obwohl wir das von Trendtours angebotene „Abenteuer Paket“ gar nicht gebucht haben.















Sonntag, 14. Oktober 2018

Von Delhi über Ajmer nach Pushkar 14. 10. 2018

Unser Hotel „Country Inn“ am Rande von Delhi habe ich sehr genossen. Behagliches Zimmer, gutes Essen und Rooftop Pool. Dazu gönnte ich mir noch eine Fussreflexzonenmassage vor dem Abendessen. Die Nacht war leider kurz: Um halb sechs klingelte der Wecker. Um sechs ging es los mit dem Bus zum Bahnhof, und von dort mit dem Zug nach Ajmer.









Unser Reiseführer „Yogi“ sagt, wer in Indien nicht mit dem Zug gefahren ist, kennt das Land nicht. Nun, heute sind wir sechs Stunden mit dem Zug gefahren, und jetzt wissen wir, dass Bahnhöfe und Züge genau so voll sind wie Strassenmärkte in Indien, und dass die Toiletten im Zug so dreckig waren, dass sie extra für uns nach drei Stunden gereinigt wurden.
Dabei fuhren wir natürlich erste Klasse mit Verpflegung und hatten das Abteil fast ganz für uns. Es war jedenfalls mal etwas ganz anderes. In Ajmer stellten wir gleich fest, dass Orange die Haarfarbe der Saison ist.

Einige hatten sich mit dieser Farbe geschmückt. Ajmer ist eine Stadt von 650 000 Einwohnern und liegt an einem schönen See. Es liegt schon in den Bergen, und zwei große Flüsse nehmen hier ihren Anfang. Mit dem Tuktuk fuhren wir aus der Stadt hinaus. Auch dabei kann man Menschen gut beobachten.



Unser Schloss Hotel liegt auf dem Weg nach Pushkar in den Bergen und bietet alles, was der erschöpfte Tourist begehrt: Angenehme Zimmer, Mückenfreiheit und einen großen Pool. Am Nachmittag machten wir uns noch auf zur heiligen Stadt Pushkar. Dort befindet sich einer der ganz wenigen Brahma Tempel und im See finden ähnliche religiöse Zeremonien statt wie am Ufer des Ganges in Varanasi. Leider darf dort nicht fotografiert werden, aber ein paar Bilder hab ich doch noch für euch.