Nach Bilbao erwartete mich ein nächstes Abenteuer. Ich hatte mich am Montag Abend in Cuneo mit Martin verabredet. Er kam mit Zug und Fahrrad, ich mit Auto und Fahrrad. Wir wollten von Limone aus über die Via Alta del Sal über die Seealpen ans Mittelmeer fahren.
Die Via Alta del Sal ist der Höhenweg auf über 2000 m, auf dem im Mittelalter Salz vom Meer nach Piemont gebracht wurde. Heute ist der Weg für Wanderer und Radfahrer eine verlockende Option, um wunderschöne Ausblicke zu genießen, aber auch ein Abenteuer angesichts der Schwierigkeiten, die er bietet.
Am Mittwoch in der Früh ging es los bei Nebel, und am Donnerstag Abend endete unser Abenteuer bei Riva Ligure im Sonnenschein.
Ein typisches Mitbringsel von der Tour seht ihr oben auf dem Bild. Denn ganz ohne Sturz geht es selten ab. Doch von vorn.
Ich traf Martin in Fossano, nicht in Cuneo. Er hatte den Zug verpasst, und ich hatte so lange für die Strecke von Serignan gebraucht, dass ich erst spät abends ankam. Das lag auch an meiner Blablacar Mitfahrerin Rola, mit der ich mich so nett unterhalten hatte, daß ich ihrer Einladung zu Kaffee und Crepes im Hause ihrer Freundin Danielle nicht widerstehen konnte.
Rola (rechts) gehört zur aussterbenden Spezies der Übersetzerinnen, und hatte so vieles Interessantes aus ihrem Leben erzählt, dass die Reise sehr kurzweilig verlief. Aber auch ihre Freundin Danielle hat ein bewegtes Leben hinter sich, und lebt momentan im selbst gebauten Paradies in Lurs.
Kaum waren wir im Rifugio Don Barbera gelandet, kam die Sonne heraus und bot uns prächtige Ausblicke.
Wie immer auf Berghütten machten wir Bekanntschaft mit anderen Wanderern und Bikern, und tauschten Abenteuer Geschichten aus.
Einer überließ mir seine Luftpumpe, weil meine schon am Mittwoch bei einer Panne ihren Geist aufgegeben hatte. Und ohne Flickmöglichkeiten unterwegs zu sein, ist auf einer solchen Holperstrecke nicht ratsam.
Die größte Herausforderung aber war eine Kuhherde, die uns am Donnerstag den Weg versperrte.
Nur mit größter Mühe ( und einem weiteren Sturz meinerseits) konnten wir uns einen Weg bahnen.
Ein anderes Mal versperrte uns eine Ampel den Weg. Wir hätten eine Stunde warten sollen, um dem Gegenverkehr Raum zu geben.
Es gäbe noch so viel zu erzählen, aber kaum kann ich beschreiben, wie schwierig die Tour streckenweise war. Jetzt sind wir unten am Mittelmeer. Ich bin heute in St. Remo schon geschwommen, und morgen geht es mit dem Zug nach Limone und dann nach Hause.