Samstag, 13. Oktober 2018

Rajasthan vom 12. bis 25. Oktober 2018

Ich war grad mal fünf Tage zuhaus, und dann ging’s schon wieder los. Von Frankfurt über Bahrain nach Delhi mit Gulf Air. Eine anstrengende Angelegenheit, weil wir in Bahrain dreieinhalb Stunden Aufenthalt hatten, und sich so die Reisedauet von Lörrach bis Delhi auf 20 Stunden verlängerte. Und dann konnten wir in Delhi erst am Nachmittag im Hotel einchecken. Also hinein in den Trubel der Altstadt. Wir besuchten die Freitagsmoschee, die Gedenkstätte Gandhis und den Qutb- Minar Komplex. Mit der Fahrradrikscha stürzten wir uns hinein in den lautstarken Trubel der Altstadt. Ein unglaublicher Kontrast zu unserem ruhigen Leben in Mitteleuropa.







Wir müssen ein tolles Bild abgegeben haben, die 170 Kilo von Heiko und mir auf dem Karren und vorne der asthenische Rikschafahrer.

Eine andereGewichtsklasse hat unser Sikh Fahrer, der uns durch die unglaublichsten Straßenengen hindurchsteuert.

Und noch ein paar Bilder vom Menschengewühl, von meditativer Einkehr und historischer Größe.






























Sonntag, 7. Oktober 2018

Und weiter auf der Wolga gen Petersburg

Eigentlich waren wir nur ganz selten auf der Wolga unterwegs. Viel mehr Kilometer fuhren wir auf den großen Seen, die aud der Strecke lagen, dem Rybnicker Stausee, dem Weißen See, dem Onega See und am allergrößten, dem Ladoga See. Auf diesem größten Binnensee Europas hatten wir in der letzten Nacht auch noch mal ein kleines Sturmerlebnis. Doch alles der Reihe nach.
Nach meinem Soloausflug in Jaroslawl, beschloss ich, künftig brav in der Gruppe zu bleiben. Und so besichtigte ich als nächstes eines der größten und ältesten Klöster Russlands in der Nähe von Beriswil. Unter den Sowjets wurde das Kloster geschlossen und diente als Lagerraum. Aber auch den sowjetischen Kunsthistorikern war klar, dass dieses Kloster einen ganz besonderen Ikonen Schatz beherbergt. Und so wurden die Ikonen aufbewahrt und können heute wieder Kunstliebhaber aus der ganzen Welt beeindrucken. Leider konnte ich sie nicht fotografieren. Aber das Bild eines Abtes und Aussenansichten zeige ich euch.





Und so sehen die Klöppelarbeiten aus, die heute noch dort gefertigt werden.

Nachdem wir wieder etliche Schleusen passiert hatten, besuchten wir den nördlichsten Punkt unserer Reise, die Halbinsel Kishi in Karelien am Onega See. Das Wetter war entsprechend. Es war kalt und goss in Strömen. Dennoch sind ein paar brauchbare Bilder entstanden.







Die letzte Station auf unserer Reise war das Museumsdorf  Mandrugi. Dort leben alle Einwohner vom Tourismus. Die Insel ist so schön, dass auch Putin dort eine Datscha besitzt. Fast alle Häuser sind frei zugänglich, und man kann dort Handwerkern bei der Arbeit zuschauen.






In einem Wodka Museum drängen sich die Besucher an der Bar.

Auch einige Wodka Kuriositäten können dort bestaunt werden.





Vor dem Museum geriet ich in einen Bärenstreit um Wodka.

Anschließend konnte ich mich mit frisch zubereitetem Schaschlick stärken.

Kuriositäten ganz anderer Zeit fand ich auf den Straßen der Insel.




So, jetzt zeig ich euch noch schnell ein paar Bilder vom Schiff, und dann geht’s nach Petersburg.
























Samstag, 6. Oktober 2018

Ende der Schiffsfahrt in St. Petersburg.

Ich will euch noch ein paar Bilder vom Schiff zeigen.

Am Ende der Reise bei der „Talentshow“ hatte ich noch mal einen großen Auftritt und durfte mich als Sprecher von Gedichten und Sänger präsentieren. Diese Musiker halfen mir dabei.

St. Petersburg wurde 1712 von Zar Peter im Mündungsgebiet der Newa gegründet, um einen Zugang zur Ostsee zu erhalten. Die Stadt wurde auf 40 Inseln und auf Pfählen gebaut, weshalb sie auch Venedig des Nordens genannt wird. Im Unterschied zu Moskau hat Petersburg ein einheitliches, prachtvolles Stadtbild. Ein Palast reiht sich an den anderen. Man kommt aus dem Schauen gar nicht mehr heraus.







Auch in vielen kleinen Details offenbart sich die Schönheit der Stadt.




Da muss man gar nicht in die Eremitage gehen, um die Schönheit zu sehen.





Auch in der Metro findet man Schönes.




Und mehr erzähle ich euch nicht. Ihr sollt ja schließlich selber mal hinfahren.


















Montag, 1. Oktober 2018

Auf der Wolga 1. Oktober

Seit zwei Tagen bin ich nun auf der Wolga. Die Wolga ist gar nicht die Wolga, sondern ein sehr komplexes System von Flüssen, Seen und Kanälen, welches mittleren Frachtschiffen die Passage vom Kaspischen Meer bis zur Ostsee gestattet. Wir wurden auf der Moskwa eingeschifft und passieren auf dem Weg nach Petersburg und auf rund 1770 Fahrkilometern so grosse Seen, wie den Rybinsker und den Ladogasee. Momentan haben wir Jaroslawl passiert und sind auf dem Weg zum Rybinsker See. Dieser Stausee ist 200km lang und achtmal größer als der Bodensee. Nach seiner Fertigstellung noch unter Baumeister Stalin im Jahr 1941 brauchte es 8 Jahre, um ihn zu füllen. 
Ich wurde gefragt, ob eine solche Schiffsreise entschleunigt. Das hängt tatsächlich vom Reisenden selbst ab. Wenn ich nämlich den Ehrgeiz habe, das gesamte Bordprogramm mitzumachen, dann hetze ich von einer Veranstaltung zur nächsten. Damit meine ich nicht nur die drei Mahlzeiten täglich, die wir im Wolga Restaurant einnehmen. Damit meine ich auch den Sprachkurs, das Russische Singen, die Bastelkurse, Volkstanzgruppen, Regionalinfos und die russische Teezeremonie, die ich grade im Moment des Blog Schreibens verpasse. Man muss Prioritäten setzen, und da habe ich mir angewöhnt, mich immer wieder auf die Kabine zurück zu ziehen, um dort ein Schläfchen zu halten oder etwas zu lesen.


Wenn dann mal ein schönes Motiv am Fenster auftaucht, ist es oft schon zu spät, um es zu fotografieren. Und es tauchen schöne Motive auf. So schön hab ich mir das gar nicht vorgestellt. Zwar gibt es auch immer wieder langweilige Strecken mit Wald ohne Ende, aber oft tauchen Häuser, Schleusen oder kleine Ortschaften auf mit Zwiebeltürmen en masse. 



Oben sehen wir den Kirchturm eines Städtchens, welches beim Bau des Stausees in den Fluten versank. Damals gab es keine Umweltaktivisten, die sich dem Bau entgegengestellt hätten. Nun, das waren andere Zeiten, und der Yangtse Staudamm wurde ja auch trotz Protesten fertig gestellt.
Gestern waren wir in Uglitsch, eine uralte Stadt aus dem goldenen Ring. Leider war das Wetter schlecht, und ich musste 1500m durch den Nieselregen humpeln, bis wir bei der Kathedrale angelangt waren. In der Sowjetzeit, war die Kathedrale zum Museum umfunktioniert worden. Prachtstück des Museums zur Verherrlichung des Sozialismus war ein Traktor aus sowjetischer Produktion.


 Heute steht der Traktor nicht mehr in der Kathedrale, sondern davor.
In Uglitsch wurde 1597 Dimitri, der letzte Thronfolger aus dem Geschlecht Iwans des Schrecklichen, als Knabe von den Schergen von Boris Godunow umgebracht. Deswegen wurde eine Kirche Dimitri Blut Kirche genannt.

Heute morgen stand Jaroslawl auf dem Programm. Ausschiffung um halb neun. Ich hatte mich bei Boris Akunin, einem russischen Kriminalschriftsteller festgelesen und verpasste das Ausschiffen um wenige Minuten. Da stand ich nun mutterseelenallein am Pier. Gruppe weg, Busse weg, Schiff zum Tanken weg. Und ich ganz allein mit Humpelstock. Doch Hilfe war nah. Lenin wies mir den Weg ins Zentrum.


Das was mir zunächst als Unglück erschien, erwies sich im Nachhinein als glückliche Fügung. Ich spazierte allein durch Jaroslawl, ging zum Friseur, auf den Andenkenmarkt und landete schließlich im Time Café. Was ist ein Time Café? Man bezahlt dort pro Minute zwei Rubel (2,6 Cent) und kann soviel konsumieren, wie man möchte. Ich blieb über eine Stunde, trank zwei Capucchino und unterhielt mich bestens mit der Geschäftsführerin, einer Psychologin.

Es stellte sich heraus, dass das Time Café so eine Art Familienzentrum ist. Dort finden Familien einen Ort, um sich auszutauschen und beraten zu werden. Eine interessante Erfahrung für mich auf der Reise.
Zum Schluss noch ein paar Abendbilder von der Fahrt auf der Wolga nach Tscherepowetz.