Freitag, 20. Juni 2025

Günter in Triest

Mit der Ankunft von Günter am Mittwoch in Triest, hat mein Aufenthalt eine neue Färbung bekommen. Mit ihm etwas zu unternehmen, ihm die Stadt zu zeigen mobilisiert neue Energien bei mir. Und wir haben in den zwei Tagen seitdem schon tolle Sachen erlebt. 
Zugegeben, das Essen nimmt einen großen Platz dabei ein. Nicht nur der obige Wurstteller im Siora Rosa lässt den Gaumen erzittern, auch etwas gepflegtere Arrangements wie Aperol Spritz und Prosecco im Café Tomaseo ...
... oder das Rehkotelett im Da Rago...
... stellen willkommene Abwechslungen zur Mittagszeit im Trainingsprogramm für Radel Aficionados dar. Mit der Folge, dass wir nach dem Essen die Tour abbrechen müssen, um die strapazierten Bäuche daheim auf der Couch zu pflegen.
Wir sind aber auch schon tolle Strecken gefahren. Gestern die Via Napoleona nach Prosecco, heute die Radstrecke Kutur, die uns dank Günters Hartnäckigkeit bis nach Slowenien führte. 
Am Obelisk haben wir die gute alte Tram getroffen. Den Leuchtturm haben wir von oben gesehen ....
.... und die Wallfahrtskirche Monte Grisa von innen. 
Am Abend haben wir CANDIDE im Theatro Verdi einen Besuch abgestattet...
... sind aber in der Pause wieder gegangen. Die Aufführung war nicht so berauschend wie der Theatersaal. 
Den erfolgreichen Wohnungsverkauf habe ich MARIA THERESIA an die Nase gerieben. Und die Windrose der AUDACE haben wir auch gesehen. 
Sicher ein Höhepunkt war der Besuch in der SPILE. Wir fanden den MALVASIA gut temperiert...
.... und legten alle Scheu vor der Kombination von Alkohol und Radfahren ab.

Mittwoch, 18. Juni 2025

Grado und Aquilea

Von Aquilea hatten wir schon von Hajo und Gudrun gehört: Wie toll die Mosaiken und Fresken sind, wie schön die Kathedrale! Und tatsächlich, ich kann das nur bestätigen. 
Die Kathedrale von Aquilea ist UNESCO Weltkulturerbe . Und auch wenn die Gurkerei mit Fahrrad von Monfalcone über Grado nach Aquilea bei permanentem Gegenwind nicht nur vergnüglich war, hat es sich doch gelohnt. 
Die heutige Kathedrale steht auf Schichten von Vorgängerbauten, die bis in römische Zeiten zurückreichen. Und die sind teilweise freigelegt. Besonders eindrucksvoll die Krypta, in der der Patriarch seine Reliquien aufbewahrte. 
Grado ist dagegen ein gigantischer Teutonengrill mit kilometerlangem Sandstrand, unzähligen Ferienanlagen, Kanälen, Segelboothäfen...
... und einem hübschen historischen Ortskern inmitten einer Lagunenlandschaft.

Dienstag, 17. Juni 2025

Und nun raus aus der Stadt

Raus aus der Stadt auf den Karst  - und von dort Blick auf die Stadt. 
Von der Via Napoleona zwischen Opicina und Prosecco hat man einen wunderbaren Blick auf Triest. 
Aber der Blick auf den Karst ist auch schön. 
Ich fuhr bis Slowenien zur Weinprobe und brachte einen Terrano als Fasswein mit. 



Auf dem Karst und in der Stadt

Hab ich schon erwähnt, dass wir hier, wie Pia sich ausdrückt, in einer "Schissliwohnung" hausen? Das ist der Ausblick vom Balkon. 
Immerhin fehlt es uns nicht an Nachbarschaft. Noch etwas zu unseren Ge-wohn-heiten. Jeden Morgen bin ich vor 7 Uhr wach, mache kurz Gymnastik,  und dann geht's nach Barcola zum Schwimmen. Ich muss mich schon ein bisschen überwinden. Aber wenn ich dann geschwommen bin, fühl ich mich wie ein Held. 
Direkt hinter dem Segelboothafen ist meine Badestelle.
Nun möchte ich euch noch von einer anderen Gewohnheit erzählen. Ich genieße es, mit dem Fahrrad irgendwohin aufbrechen zu können, und Neues zu erleben. 
Manchmal ist das gar nicht lustig. Z. B. wenn ich wieder mal frustriert aus dem Rosandra Tal zurück gekehrt bin, ohne die Bahntrasse zu finden, die angeblich die Durchquerung von Triest für den Radfahrer so angenehm macht. Stattdessen bin ich steilste Schotterwege hinuntergefahren, habe Autotunnels durchquert und mich im Gewirr der Einbahnstraßen verloren. 
Was ich aber fast immer entdecke, sind die herrlichen Fassaden der Häuser.
Ach, es gäbe noch so viel zu erzählen, z.B. vom Motorradtreff auf dem Piazza Unita. 
Oder vom Leuchtturm Victoria, der auch eine Siegessäule ist, und den man am Wochenende besteigen kann. 
Aber jetzt will ich es gut sein lassen. 




Montag, 16. Juni 2025

Gutes Essen

Seit Mittwoch sind Claudia und Franz in Triest, und wir haben zweimal köstlich zusammen gespiesen  
Das Café Specchi, das Tre Merli in Barcola und das Menarosti waren unsere kulinarischen Anlaufstellen. Und jedesmal war es ein besonderes Erlebnis.
Das Tre Merli hat eine Terrasse direkt am Meer. Und bei Sonnenuntergang schmeckt der rote Tuna noch besser. (s.o).
Aber natürlich haben wir nicht nur gegessen. Wir waren auch im Museo Sartorio, in welchem Pia ein Schneidereimuseum vermutete. Doch es war nur die Familie Sartorio, welche der Villa den Namen gab. Die Exponate aber waren außerordentlich. 

Und noch mehr Wege

Keine Angst, das ist nicht der Auftakt zum Abschied von Triest. Ich bin noch fast zwei Wochen hier. Auch wenn Pia am Sonntag zurück gefahren ist, am Mittwoch kommt Günter. Und es gibt schon erste Anfragen nach neuen Blogeinträgen.
Das ist die Universität von Triest. Ein Protzbau aus faschistische Zeit. Und gewöhnungsbedürftig. Ich hoffe, den Studenten gelingt's. 
Am 10. Juni ging's nach Gorizia, und Nova Gorizia. Bis zum Eintritt Sloweniens in die EU im Jahre 2004 war die Stadt zweigeteilt. Die Grenze verlief mitten durch die Stadt, wie man an der obigen Plakette sehen kann. 
Gorizia und Nova Gorizia sind zusammen Kulturhauptstadt Europas 2025. Wer's nicht weiss, kann es an den bunten Plastiktieren erkennen, die überall zu sehen sind. Ebenfalls gewöhnungsbedürftig!
Das Castello ist mit neuesten Medien ausgestattet und bietet herrliche Ausblicke. 
Und eine besondere Bedeutung für mich hatte die Psychiatrische Klinik in Görtz, in der Franco Basaglia seine Antipsychiatrie verwirklicht hatte. 
Auf dem Rückweg ließen wir es uns in einer Osmiza gut gehen. 
Die hatte nicht nur gutes Essen und Trinken, sondern auch einen wunderschönen Schattenplatz unter einer riesigen Baumkrone.




Dienstag, 10. Juni 2025

Was ist das Ziel? Der Weg!

Nun bin ich schon einige Male allein mit Fahrrad unterwegs gewesen, um die Gegend zu erkunden. Und jedesmal bin ich nicht zum geplanten Ziel gekommen, sondern hab mich in der Gegend vertrödelt. 
Das ist allerdings sehr genussvoll, weil ich ganz überraschende Dinge entdecke, auf die ich sonst nie gestoßen wäre. 
Heute z. B. wollte ich die Rosandra Schlucht erkunden, ein beliebtes Ausflugsziel, für das ich gleichwohl keine präzise Information im Netz finden konnte. Aber es gab am Anfang der Schlucht ein Besucherzentrum, in dem mir alle Infos zugänglich gemacht werden sollten. Was ich nicht wusste: Das Besucherzentrum hat nur am Wochenende geöffnet! Und Infos fand ich dort keine. 
Ein Einheimischer konnte mir schließlich den Weg weisen zu einer ehemaligen Bahntrasse, die oberhalb der Rosandra Schlucht entlang läuft, und die für Fahrräder befahrbar ist. 
Und dort fand ich dann den Prosti Stop Spille,den ihr oben abgebildet findet. Eine Wanderer Einkehr mit Selbstverpflegung auf Spendenbasis. Sogar eine Bibliothek für den Wanderer fand ich dort und dann auch die Information, die ich im Besucherzentrum nicht gefunden hatte. 
Auch von oben ist die Rosandra Schlucht spektakulär. 
Dann fand ich bei Bazovica auch noch die Foebe Gedenkstätte für einen Massenmord, den Titos Truppen an vermeintlichen italienischen Sympathisanten der deutschen Besatzer bei Kriegsende verübt hatten. Sie hatten Hunderte in eine Höhle gestürzt und dort umkommen lassen. 
Das Massaker wurde lange totgeschwiegen. Erst jetzt gibt es genug Abstand zu dem Ereignis, um darüber reden zu können.