Montag, 9. Juni 2025

Mit Schiff auf Schlössertour

Das Rilke Schloss Duino und den nach ihm benannten Weg wollten wir mit Schiff und Rad befahren. Ich hatte mich stark dafür gemacht. Bei Pia war das Zögern spürbar. 
Am Schluss setzte ich mich durch. Der Transport des Fahrrads mit dem Schiff ist nämlich sehr günstig. Bis Sistiana kostet das Fahrrad nur ein Euro extra. 
Ich war überrascht, wie viele Urlauber das Ferienparadies Sistiana bevölkerten. 
Von der Anlegestelle ging es steil hinauf auf den Karst zum Rilkeweg. Und der war mit Fahrrad nicht befahrbar. Jedenfalls nicht mit Tourenbike. 
Also machten wir uns zu Fuss auf den Weg, der sich alsbald, als halbalpin herausstellte. Und da stellte sich Pia mit ihrem Sturztrauma quer. Also wieder zurück zum Anfang und mit Fahrrad auf der SS14 zum Schloss. Bundesstrassenverkehr ist auch nicht unproblematisch. Aber zu guter Letzt landeten wir im Schloss und hatten es fast für uns. 
Wo wohl die ganzen Touristen geblieben waren? Wahrscheinlich am Strand oder auf dem Rilkeweg. Jedenfalls konnten wir so die Atmosphäre des Schlosses genießen. 
Und die ist wirklich zauberhaft. Nicht nur Rilke hat sich dort aufgehalten, sondern auch viele andere bedeutsame Personen aus der Welt von Film, Literatur und Psychoanalyse. Wir konnten unsere Zeit dort sehr genießen. 
Zurück in Triest belohnten wir uns mit einem Besuch im Café-Haus Antico San Marco, welches auch eine Bibliothek beherbergt. 
Und ausserdem gibt es dort einen großen Aperol Spritz. 

Freitag, 6. Juni 2025

Mit Trämle nach Opicina

Eine der ganz großen Attraktionen in Triest ist die Fahrt mit der Straßenbahn nach Opicina. 
Opicina liegt oben auf dem Karst,fast 400 Meter höher als Triest. Und die gemütliche Straßenbahn ist eigentlich eine Drahtseilbahn aus der Schweiz, die auf der halbstündigen Fahrt Höchstleistungen  vollbringt. 
Das kleine Wägelchen vor dem Wagen ist wohl so eine Brems- und Schiebhilfe, denn es geht mächtig steil den Berg hinauf. Ich war am Vormittag mit dem Fahrrad eine parallele Strecke nach Gedda hinuntergefahren. Und ich musste an einer Stelle absteigen, und mich zu Fuss hinab bewegen, weil es mir zu steil war. Wer mich kennt, weiss nun, dass es extrem steil gewesen ist. 
Wieder heil unten angekommen, ging's als erstes in die Bonboniera, eine von unzähligen Pasticcerias, die jeden guten Vorsatz zum Schmelzen bringen. 
Immerhin ging es anschließend zu Fuß wieder steil hinauf zum Castello und zur Kathedrale,was gut für die Kalorienverbrennung war.
Die Kathedrale vermengt gekonnt sehr Altes mit Modernem. Und die Aussicht von oben auf Triest haben wir lange genossen. Kein Wunder, schon wieder hat der Schrittzähler mehr als 10000 Schritte gezählt. 

Donnerstag, 5. Juni 2025

Mit Dolphin Verde nach Miramar und Muggia

Mit der Evrima Yacht von Ritz Carlton sind wir nicht gefahren. Die liegt gerade in Triest an der Mole, und ihre 298 Passagiere machen Triest unsicher. Stattdessen sind wir mit Dolphin Green line von Grignano und Muggia nach Triest gefahren. Und von Muggia aus hab ich sogar das Fahrrad mitgenommen. Und das kam so:
Am Mittwoch stand Miramar auf dem Programm. Die Edelherberge von Erzherzog Maximilian und Gattin Charlotte wurde in vier Jahren erbaut und etwa gleich lang vom Prinzenpaar bewohnt. Bis Maximilian dem Kaiser Ruf nach Mexiko folgte und dort kläglich scheiterte. 
Seine geistig umnachtete Gattin überlebte ihn 60 Jahre. Als sie 1927 in Belgien starb, hinterließ sie ein Szepter aus massivem Gold, welches nun erstmals in Miramar bewundert werden kann. 
Noch vieles schönes Anderes kann man in Miramar sehen - nicht nur das Meer ist eine Pracht. 
Und wenn man dann so interessiert wie Pia Ausschau hält,.....
.... sieht man auch den Piazza Unita vom Meer aus. 
Abends waren wir essen mit Gudrun und Hajo aus Düsseldorf. Und am nächsten Morgen hab ich mich mit Fahrrad auf den Weg gemacht, um Muggia zu erkunden. 
Ich hab die hässliche Seite von Triest kennengelernt. Das Hafengelände mit dem Fahrrad zu durchqueren war keine gute Idee. Immerhin sind mir solch seltsame Relikte einer vergangenen Zeit begegnet, die mich über den schlechten Weg hinweg trösteten. 
Muggia ist dagegen ganz idyllisch,  venezianisch geprägt und man kann in den engen Gassen der Altstadt herrlich bummeln.
Einen pittoresken Hafen gibt es auch und eine erste Bademöglichkeit für mich im Meer. Die hab ich gleich genutzt und fand die Wassertemperatur sehr angenehm. 
Gleich hinter Muggia geht's nach Slowenien. Dort ist das Benzin billig. Hat mir aber mit E-Bike nicht viel genutzt.
Und dann wieder Schiffsreise mit Green Dolphin und Fahrrad nach Triest. 

Dienstag, 3. Juni 2025

Erstes Kennenlernen von Triest

Liebe Leute, bin ich fleißig? Zweifellos! Schon der dritte Blogeintrag am 5. Reisetag! Hat auch damit zu tun, dass wir nach einem regen Vormittag in unserer hübschen FeWo den Nachmittag verstreichen lassen. Wir müssen bei der Affenhitze (28 Grad) ja auch nicht raus. Sprechen stattdessen dem Prosecco zu, den wir in guter Qualität beim ALDI unten im Haus kaufen. 
Pia ist unentwegt mit der Frage beschäftigt, ob sie nach Hause fahren soll oder nicht. Wie ernst ist der Zustand ihres Vaters? Morgen will sie sich entscheiden. 
Heute hatten wir um 10 Uhr eine Stadtführung mit Freetour ausgemacht. Um 10.05 Uhr liess man uns wissen, dass die Tour ausfällt. So mussten wir uns selber führen. 
Natürlich haben wir den Kirchen einen Besuch abgestattet. Die orthodoxe Kirche San Spiridione war besonders prachtvoll. Dennoch hat Pia ihr Kerzlein beim katholischen Heiligen Antonius angezündet. Das macht auch mehr Sinn. Weil der Antonius behilflich ist, Verlorenes wieder zu finden. 
Der Hauptpost hab ich einen Besuch abgestattet. Hab dort aber keine Briefmarken gekauft. Die lange 🐍 und die müden Gesichter der Wartenden haben mir klar gemacht, dass die Wartezeit bei der Post in Italien auch nicht kürzer ist als in Deutschland. 
Eine Klasse jugendlicher Schüler fiel uns auf, als sie im Gänsemarsch ihrer beschirmten Lehrerin über den Piazza Unita folgten. 
Hab ich schon erwähnt, dass wir gestern auf dem Piazza Theatro Verdi einem Gratiskonzert zur Feier des Nationalfeiertags beigewohnt haben?
Ich hab den greisen Dirigenten gut verstanden, vielleicht weil er so langsam gesprochen hat. 
Triest ist bekannt für seine Literaten. Einer davon, Gabriele D'Annunzio, ist nicht unumstritten, weil er den Faschisten nahe stand. 
Ganz in der Nähe steht die Casa Bartoli. Dort hängen schon seit Jahren große Transparente, die die Wiederherstellung des Freien Territoriums Triest (FTT) fordern, also die von 1947 bis 1954 bestehende Republik, die von USA und UK verwaltet wurde. 
Noch eine Besonderheit sind die Parkplätze für Zweiräder, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Fahrräder sieht man dagegen höchst selten. 
Unbedingt erwähnen muss ich die vielen klassizistischen Prachtbauten, wie als Beispiel den Palazzo del Governo. Überall stehen sie herum, erinnern an bessere Zeiten und prägen das Stadtbild. Ganz ausnahmsweise sieht man dann auch mal solche Fassaden wie unten zu sehen. 
Aber das sind die absoluten Ausnahmen. Es gibt so viele schöne Plätze mit Restaurants und Strassencafes, dass wir uns kaum sattsehen aber auf jeden Fall satt essen können  - besonders, wenn das TRIESTINA auch noch Sauerkraut enthält. 

Montag, 2. Juni 2025

Ankommen in Triest

Bis 9 Uhr morgens war es unsicher, in welche Richtung wir aufbrechen würden: Nach Milano Centrale, damit Pia per Zug nach Basel zurück fahren würde, oder in den Urlaub nach Triest. 
Dann kam die erlösende Nachricht von Bettina. Bruno war im Krankenhaus aufgenommen und die Versorgung von Therese sicher gestellt. Dennoch kann man sich vorstellen, dass dieser Urlaub für Pia nicht unbeschwert verlaufen würde. Immer wieder trafen Nachrichten ein von zuhause betreffend den Gesundheitszustand der Eltern 
Um 16 Uhr standen wir vor der Wohnungstür in Triest und konnten nicht hinein. Doch irgendwann klappte es dann mit Hilfe von Vaska doch noch, und wir freuten uns über die schöne Einrichtung. 
Im ALDI direkt unten im Haus kauften wir alles, was es für eine vergnügliche Selbstversorgung braucht und feierten mit Prosecco die Ankunft in Triest. 
Der 1. Juni ist Nationalfeiertag in Italien und wir hofften auf weniger Verkehr in der Stadt. Dem war leider nicht so. Vielleicht lag es an der Queen Victoria, die ihre Tagesgäste in die Stadt entleert hatte. Pia jedenfalls fühlt sich mit Fahrrad im Straßenverkehr sehr unwohl. Und das verlangt nach Planänderung. 
Möglicherweise müssen wir getrennte Wege gehen bzw. fahren bei der Eroberung von Triest. Schaun wir mal!