Sonntag, 10. Januar 2016

Geschafft

Endlich konnte ich mich gestern Abend überwinden, und habe mich doch noch in die kalten Fluten des Atlantiks gestürzt. Dabei war das Wetter eher durchwachsen. Wolken und Sonne wechselten sich ab, dazu blies ein frischer Wind. Gelegentlich unter einer dicken Wolke gab es auch ein paar Regentropfen. 
Wir hatten tagsüber den Wochenmarkt in Arrecife erkundet und waren schwer beladen auf unseren Fahrrädern heimgekehrt. Vielleicht war es dieses kleine Quäntchen Anstrengung, welches den Ausschlag gab zum Entschluss: Jetzt geh ich rein!
Drei Tage hatte ich mich gedanklich mit dieser Möglichkeit beschäftigt, hatte Hinz und Kunz darauf angesprochen, wie denn wohl die Wassertemperatur sei, ob auch noch andere zu dieser Jahreszeit den Sprung ins kalte Nass wagen, und dann war das Ergebnis der Recherche: Ja, es gab keinen Grund mehr, sich vor der Abkühlung im Meer zu drücken. Zwar seien es nicht viele, die zu dieser Jahreszeit baden, aber von den Rentnern seien es doch einige. 
Also fuhr ich mit dem Fahrrad zum Strand von Cable. Dort badete niemand, aber auf der Standpromenade waren unzählige Fahrradfahrer und Jogger unterwegs. Also ging ich mutig hinein ins kalte Wasser. Und siehe da, so kalt war es gar nicht! Auch der Zugang ins Meer ging nicht scharfkantig durchs Lavagestein sondern gemütlich auf schwarzsandigem Boden ins Wasser. Wellen gabs nur wenige, also beste Voraussetzungen, um Badevergnügen zu finden.
 Wenn da nur nicht der Atlantik wäre, jenes unheimliche und riesengroße Gewässer, in dem sich die schrecklichsten Untiere tummeln, wie z. B. Orcas. Seitdem ich in Australien mal einen Film gesehen hatte, in dem Orcas erbarmungslos Jagd auf Seehundbabies machten, hatte ich vor diesem Seetier besonders viel Respekt. Also hütete ich mich, weiter hinaus zu schwimmen, dort, wo die Orcas lauerten, und blieb immer in Küstennähe. Da wurde  es mir natürlich schnell langweilig, weshalb ich meine Atlantik Exkursion nach zehn Minuten wieder beendete. Nass aber glücklich fuhr ich, ohne das Handtuch zu benutzen, in die FeWo, und präsentierte mich Pia als Held des Meeres. Schon eine Stunde später begann ich zu niesen. Heute, am Tag danach, plagt mich bereits ein Schnupfen, und es gibt nun wirklich einen guten Grund, um meine Seehelden Karriere nicht fortzusetzen.

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