Donnerstag, 16. August 2018

14. August bis 4. September 2018 - mit Pia in Polen

Geplant war es schon lange: Mit dem Auto ins Land meiner Vorfahren. Nur schien uns die Anfahrt ziemlich lang. Bis Krakau zwölf Stunden! Beim Anblick der Flugpreise von Easyjet fiel die Entscheidung schnell: Wir fliegen drei Tage nach Krakau, dann drei Tage Warschau, und dann geht’s mit dem Mietwagen an die Ostsee. Zu dem Zeitpunkt dachte ich nicht darüber nach, wie mein Cityroller ins Flugzeug passt. Das kam dann später. Nachdem ich einige Stunden über das Problem nachgedacht hatte, stand fest: Mein City Roller bleibt zuhause. Stattdessen kaufe ich mir einen neuen in Krakau. Kann ja nicht so teuer sein!

Als wir abends um halb neun im Hotel Lwowska 1 in Podgorze ankamen, war meine erste Tat, im Einkaufszentrum Krakow Glowny nach einem Sportgeschäft mit Rollern zu suchen. Um 21.45 Uhr wurde ich im Intersport fündig. Bei etwas weniger Zeitstress hätte ich mir den Kauf vielleicht noch mal überlegt. Aber wieder einmal waren wir am Vorabend von Maria Himmelfahrt in Polen angekommen, und das bedeutete: Jetzt oder nie! Also entschied ich mich für ein Sportmodell mit Vollgummireifen, etwas kleiner als mein häusliches Hudora Big Wheel 205 und entschieden schlechter verarbeitet. Aber dafür ziemlich fix, wie ich schnell feststellte. Denn das lief fast von allein und blieb nicht stehen.



Mein sportlicher Ehrgeiz war heraus gefordert - und hups! schon war ich das erste Mal auf die Nase gefallen. Zwar war nichts Schlimmes passiert, aber es gereichte mir auch nicht zur Lehre. Mit den kleinen Reifen treten schneller Blockaden bei Hindernissen auf. Als ich wenig später eine Brückenabfahrt mit Voll Speed herunter sauste und einen Zebrastreifen überquerte, nahm ich den Wulst im Flug - und bezahlte diesen Glücksmoment gleich mit dem Super Gau. Schürfwunden auf der ganzen rechten Seite und ein Schlag auf die Hüfte, der mich bei jedem Schritt zusammen zucken liess. So lädiert schleppte mich Pia ins Hotel.
War meine Bewegungsfreiheit ohne Roller schon eingeschränkt genug, so war sie nun nach dem Rollerunfall kaum mehr vorhanden. Stöhnend lag ich im  Hotel auf dem Bett und dachte darüber nach, wie ich am gleichen Abend noch ins Klavier Konzert von Sokolow und am nächsten Tag nach Auschwitz kommen sollte. Denn beide Unternehmungen waren schon gebucht (und bezahlt!).


Wenn die Not am größten, ist das Taxi nah!
Wir fuhren beide Male mit dem Taxi, und so konnte ich unter Stöhnen und Wehklagen sowohl meinen Platz in der Sinfonie erklimmen, als auch am nächsten Tag das Museum in Auschwitz besuchen. Nur in Birkenau seilte ich mich von der Gruppe ab und humpelte allein durch das weitläufige Gelände.
Das Klavierkonzert mit Grigorij Sokolow war ein echter Höhepunkt. Nicht nur, dass der Maestro sechs (!) Zugaben spielte, nein, er drückte auch noch Pia persönlich die Hand und gab ihr ein Autogramm, als wir ihn später beim Absacker in der Bar des Radisson trafen.


Auschwitz zu besuchen, bedeutet, Teil einer Massenveranstaltung zu sein. Wir hatten zum Glück einen jungen Reiseführer, der uns mit bewegten Worten einen emotionalen Zugang zur Ausstellung verschaffte.

Dennoch sind es Tausende, die täglich im Massenbetrieb durchgeschleust werden, und so kann sich eine Besinnlichkeit und Tiefe nicht einstellen, die man sich eigentlich wünschen würde. Die Bilder sind natürlich eindrücklich genug.










Da braucht es hinterher Abstand, um das Erlebte in Worte fassen zu können. Schön ist es, dass ich mir da mit Pia ganz einig bin. 

Wir besuchten auch noch Kasimierz und dort das Café Cheder. Zwei weiteren guten Restaurants statteten wir einen Besuch ab, so dass wir zwar von den vielen Sehenswürdigkeiten Krakaus nur einen kleinen Teil erlebten, aber doch voller intensiver Eindrücke am Freitag mit Flixbus nach Warschau weiter fuhren.
Warschau ist eine ganz andere Stadt als Krakau. Viel größer und moderner. Hier will ich mich vor allem mit dem Rad bewegen. Hab mir schon die App von Veturilo heruntergeladen und freue mich schon auf deren Nutzung.




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