Donnerstag, 20. August 2020

Hausboot Adieu - Vive le Burgund!

Wieviele Gedanken hatten wir uns wegen der Hausbootferien gemacht! Wir hatten Freunde informiert, von unseren Ängsten erzählt und im Internet das Schleusen geübt. MSK hatte uns gecoacht. Und nun das!
Bei unserer Ankunft in Digoin bei Canalous fanden wir nicht etwa unser schmuckes Espade 850 vor, sondern einen 36 Jahre alten Seelenverkäufer namens „Harry Dixon“, der nicht nur außen ramponiert sondern auch innen schmuddlig und versifft war. Das Schiff war nicht nur schlecht gereinigt worden, es war herunter gekommen und verschimmelt.
Pia und ich waren uns sofort einig: Dieses Schiff wollen wir nicht! Es bedurfte einiger Verhandlungen, dann wurde uns der Mietpreis in voller Höhe erstattet, und wir können eine völlig neue Reise durchs Burgund in Angriff nehmen. 
Heute, drei Tage später, preisen wir uns glücklich darüber, nicht mit dem Schmuddelboot zu reisen, sondern bequem mit dem klimatisierten Auto von einer schönen Unterkunft zur nächsten zu reisen und dabei unzählige Eindrücke von der reichen Kulturlandschaft des Burgund mitzunehmen.
Unterkünfte zu finden ist dank Airbnb und Internet nicht schwer. So logierten wir zwei Tage in Paray-le-Monial in einer kleinen aber sauberen und modern eingerichteten Dachwohnung mit herrlichem Blick über die Dächer der Altstadt.

Paray ist ein spirituelles Zentrum, nicht nur wegen seiner Basilika, die der von Cluny nur in der Größe nachsteht.


In Paray hatte im 17. Jahrhundert die Nonne M.M. Alacoque Erscheinungen gehabt und den Herz-Jesu Kult begründet, weshalb die Stadt heute zu einem bedeutenden Pilgerzentrum geworden ist. Wir jedoch pilgerten aus der Stadt heraus zum Château de Digoin. Ich mit dem Fahrrad entlang des Canal de Centre und Pia mit dem Auto. Dort ließ sich die lernwillige Pia auf eine Schlossführung in Französisch ein, während ich mich im Garten verlustierte.



Was anfangen mit dem ersten Tag, den wir nicht auf dem Kanal verbringen mussten? Cluny muss man gesehen haben! Also nichts wie hin. Aber alles in allem war Cluny eine Enttäuschung. Nicht nur, dass dort die Horden von Touristen waren, die wir gern vermieden hätten, auch der Weg vom Parkplatz zum Eingang stellte von der Länge her an mich größte Anforderungen. Sicher, die ehemals größte Kirche der Menschheit- vor dem Bau der Peterskirche in Rom - ist auch in den Gebäuderesten noch beeindruckend, doch letztlich war es auch wegen der Hitze ein Leidensweg für mich.


Lieber zeige ich euch noch Bilder aus Digoin, von der dortigen „Pont Canal“. Ihr habt richtig gelesen: Der Canal du Centre, wird in Digoin über eine 243m lange Brücke über die Loire geführt. Und so kommt es, dass sogar Schiffe über Brücken fahren.







Wir hielten uns einige Zeit an der Pont Canal auf und schauten dem Treiben entspannt bei Käse (Epoisse) und Baguette zu. Wussten wir doch, dass wir dem Canal Abenteuer gerade entkommen waren.
Am Mittwoch ging es dann ins Brionnais zur nächsten Unterkunft aufs Land. 


Wir hausen - dank Airbnb - auf einem Gutshof bei Jean und Jacqueline in einem separaten Anbau mit allem Komfort. Sogar eine Klimaanlage steht uns zur Verfügung. Die habe ich auch dringend nötig. Denn heute staut sich die Hitze bei 35 Grad. Mir war es zu heiss zum Fahrradfahren, deswegen sitze ich im gekühlten Wohnzimmer und Pia, für die Klimaanlagen unerträglich sind, hat sich ins Séparée zurück gezogen. Beide schreiben wir Blog. Die Wäsche ist schon gewaschen, und Bayern München ist gestern gegen Lyon ins Champions League Finale eingezogen. Das Spiel wurde zu meinem Glück in France 1 übertragen.
Und deswegen kann ich euch heute noch etwas von gestern erzählen, als wir in St. Christoph de Brionnais den Rindermarkt besuchten, der zu den fünf großen Rinder Märkten Frankreichs gehört und qualitativ sogar der beste sein soll. Denn das Charolais Rind, welches hier auf den weiten Wiesen frei aufwächst, ist ja seines Fleisches wegen weltberühmt.

Von Jean, einem Viehhändler in Rente, erfuhren wir, dass der Markt früher viel größer als heute gewesen sein soll. Jeans Großmutter habe das Vieh damals zu Fuß nach St. Christoph auf den Markt gebracht. Heute erfolgt der Transport in Lastwagen.


Die Athmosphäre auf dem Markt ist immer noch beeindruckend, auch wenn der Umschlag kleiner geworden ist. Immerhin sind dort auch hiesige Spezialitäten erhältlich, z. B. eine hervorragende Rindswurst.

Aber keine Sorge, von dieser Spitzensalami hab ich nur 100 gr gekauft und gleich verzehrt. Welche Überraschung aber, als wir eben diese Wurst im Kühlschrank unserer FeWo vorfanden, wo sie neben weiteren Köstlichkeiten von unseren Gastgebern zu unserer Begrüßung platziert worden war.
 Mit den beiden haben wir einen angenehmen ersten Abend verbracht. Dabei haben sie uns ein wenig von sich und der Region erzählt. 
Jean entstammt einer Dynastie von Rinderzüchtern. Er ist auf dem Hof aufgewachsen, auf dem er heute noch lebt. Alle drei Töchter leben weit entfernt, und haben sich in der Stadt ein eigenes Leben aufgebaut. Seit drei Jahren gibt es keine Rinder mehr auf dem Hof. Von den zehn Hühnern sind acht vom Fuchs gefressen worden. Jean und Jacqueline sind wegen des Hofs nie auf Reisen gewesen. Sie holen sich mit Airbnb die Welt sozusagen ins Haus.


Jean trauert den alten Zeiten hinterher. Er denkt politisch konservativ und fühlt sich hier auf dem Land von der Politik im Stich gelassen. 
Für uns ist es natürlich interessant, solche Ansichten kennen zu lernen. Wahrscheinlich ist es so in allen Industriestaaten, dass das Leben auf dem Land gegenüber dem städtischen Leben ins Hintertreffen gerät.
Gestern hatten wir noch zwei Begegnungen der besonderen Art. Dieser Pilger ist mit Frau und Esel eine Woche unterwegs.

Und eine Familie mit zwei Kindern und allem Gepäck auf zwei Fahrrädern hatte Glück im Unglück: Zufällig hatte ich das passende Fahrrad Werkzeug dabei, als bei einem Fahrrad die Kette riss. So konnte ich helfen, ohne selbst Hand anlegen zu müssen.
Noch etwas für den Reiseblog: Neben den vielen romanischen Kirchen gibt es im Burgund auch noch jede Menge von Schlössern, die einen Besuch wert sind. 

In La Clayette konnten wir das Wasserschloss nur von außen betrachten - allerdings beim gemütlichen Picnic am See. Und das Château de Dree sahen wir auch nur vom Park aus, in dem wir uns für eine Siesta gemütlich auf den Liegematten niedergelassen hatten.


Und jetzt muss ich mal ganz schnell aufhören mit dem Bloggen. Es gibt Kaffee und Kuchen.






Sonntag, 16. August 2020

Unterwegs - zuhause

Corona macht’s möglich! Hatte ich schon im Frühjahr alle geplanten Reiseaktivitäten absagen müssen, so ließ mich Corona auch im Sommer nicht ans Fernreisen denken. Stattdessen trieb ich mich mit Zug, Töff und Bikes in der Gegend herum. Vor allem mit dem neuen eBike.


Und dabei hab ich viele schöne Tage erlebt. Zum Teil hab ich darüber schon gebloggt, und zum anderen Teil trage ich jetzt nach, dass die Ausflüge mit Bus auf den Feldberg und von dort aus mit dem eBike nach Freiburg oder Waldshut oder Murg wunderschön waren. Und genauso das Schwimmen im Rhein in Basel. 



Ich habe also eine Menge erlebt auch ohne mich weit fortzubewegen.
Aber morgen brechen Pia und ich für eine ganz neue Bewegungsart ins Burgund auf. Wir fahren mit dem Hausboot.


Von Digoin aus geht’s nach Roanne und später nach Paray-le-Monial. Ich werde euch berichten.

Donnerstag, 30. Juli 2020

Letzter Tag über Blaubeuren nach Ulm

Zufällig erfuhren wir am letzten Morgen von einer Alternativstrecke zum Donauradweg, um nach Ulm zu gelangen. Man kann im Tal der Schmiech bis Blaubeuren fahren, und von dort aus im Blautal nach Ulm. Dies ist eine sehr schöne Strecke. Zwar etwas länger aber dafür mit einem Besuch der Blautopfquelle verbunden. Und diese Quelle ist wirklich einen Besuch wert. Das Wasser ist so klar, wie ich es nur beim Tauchen in Ägypten gesehen hatte. Man kann auf einem Rundweg auf das Wasser und in die Tiefe schauen.


Die Steine und Pflanzen am unteren Bildrand befinden sich unter Wasser. Aber man sieht es nicht, weil das Wasser so klar ist!
Beim nächsten Bild ist es schon etwas besser zu sehen.


Ein herrlicher Ort voller Zauber.




Mit diesen herrlich kühlen Bildern will ich den Blog beenden, zumal die Temperaturen heute die 30 Grad locker überschritten haben, und ich schwitzend im Zug auf der Heimreise sitze. Und noch ein Bild mit Blumen, und dann ist Schluss.



Weiter die Donau entlang nach Ehingen

Wir hatten traumhaftes Wetter. Fast ein bisschen zu heiss, um tagsüber radzufahren. Dafür Abends um so schöner, wenn wir uns im Biergarten selbiges schmecken ließen. Doch hübsch der Reihe nach. Am Abend hatten wir uns mit einer Riesenpizza gestärkt. Am nächsten Morgen bei Matiello den kostenfreien Kaffee plus Frühstückscroissants vertilgt, bis uns nach nur wenigen 100m noch in Engen eine Polizeistreife anhielt. Ob wir bemerkt hätten, dass auch innerorts die Vorfahrtregel „rechts vor links“ gilt. Wir hatten tatsächlich die Vorfahrt missachtet. 
Aber unsere Freunde und Helfer ließen es bei einer Verwarnung bewenden, so dass wir unbescholten den Weg fortsetzen und sogar um den Umweg zum Kloster Zwiefalten erweitern konnten. Hatten wir am ersten Tag schon 88km geschafft, so wurden es am Mittwoch sogar 100km. Allerdings nur, weil Rolf am Abend eine Extra Runde fuhr, um die 100 voll zu machen.
 


Bevor wir der Altstadt von Riedlingen einen Besuch abstatteten, machten wir einen Abstecher zu den Hängenden Gärten von Neutra.
Weil der Schlossherr ein Abrutschen seines Schlosses befürchtete, ließ er die Kalksteinhöhlen seines Berges auffüllen und befestigen. Darüber legte er einen Garten an. Dieser ist der Öffentlichkeit zugänglich, ebenso wie die ehemaligen Lagerräume im Berg. Das ganze Ensemble wird liebevoll restauriert von einer Familie mit der Absicht es irgendwann nach Corona als Sehenswürdigkeit der Öffentlichkeit zu präsentieren. Ich hatte die Chance mit einer jungen Dame angeregt über ihr Herzensprojekt zu plaudern. So bleibt mir dieser Besuch noch nachdrücklicher im Gedächtnis.


Die Akustik in den Gewölben ist phantastisch!
Riedlingen war hingegen eine Enttäuschung. Sicher der Ort ist hübsch, aber stark frequentiert von Besuchern. Und die Touristeninfo hat wegen Corona geschlossen. Nach einer Kaffee (und Kuchen) Stärkung beim Tchibo zogen wir weiter und beschlossen, dem 6 km abseits gelegenen Kloster Zwiefalten einen Besuch abzustatten. Das Kloster ist ist heute ein Psychiatrisches Zentrum. Aber die Klosterkirche strahlt weiterhin in barockem Pomp.








Der Besuch war eindrücklich, weil mein ständig plaudernder Reisekamerad Rolf unterwegs verloren gegangen war, und ich die eintretende Ruhe gern genutzt habe, um die Klosteranlage auf mich einwirken zu lassen.
Eine weitere Klosteranlage ist Obermarchtal. Nicht ganz so bombastisch ausgemalt wie Zwiefalten, aber herrlich gelegen oberhalb des Donautals und heute noch als Fortbildungsstätte genutzt.




Der eigentliche Höhepunkt des Tages war dann am Abend das ausführliche Schwimmen in einem Badesse bei Rottenacker. Wie herrlich, wenn die schmerzenden Glieder im Wasser gekühlt werden können! Ein Foto vom Schwimmen gibt’s nicht, aber eines von einem Eisenbahn Prellbock mitten auf einem Feld.


Am Abend landeten wir dann in der Bierstadt Ehingen in der Brauerei Berg und genossen kräftig ein wohlverdientes deftiges Essen und das köstlichste Bier dazu.






Donau Radweg mit Rolf vom 28. bis 30. Juli 2020 von Tuttlingen bis Ulm



Meinen Bundeswehrkollegen Rolf kennt ihr ja schon aus Österfeld. Da hatten wir erst vor kurzem schöne Tage verbracht. Diesmal hatte ich den Erzschwaben aus seiner Stuttgarter Heimat herausgelockt und nach Tuttlingen bestellt. Dort trafen wir uns um 11 Uhr am Bahnhof. Und schon ging’s los auf den gut beschilderten Donauradweg. Zunächst führte uns der Weg durchs weite Land, bis sich das Tal verengte und die berühmten Kreidefelsen sichtbar wurden.




Auf den Felsen hockten allzuoft Burgen oder Schlösser. Im Tal fanden sich Kirchen oder Klöster. Eine idyllische Landschaft! 


Zum Schwimmen lud die Donau selten ein, war das Wasser doch in der Regel vermoost und schlammig, die Wassertiefe kaum ausreichend fürs Schwimmen.


Fast immer begleitet uns der Schienenweg im Tal, wenn er sich nicht grade mit einem Tunnel in die Kalkfelsen verabschiedet. Steigungen bleiben dem Radfahrer zumeist erspart. Und gab es doch mal eine, so erwartete uns oben eine fröhliche Kinderschar, die dem ermatteten Radwanderer für zwei Euro eine Limonade verkaufen wollte. Schwarze Schafe gibt es überall.


Beide, Rolf und ich, hatten viele Erinnerungen zu teilen. Ich war mal ein Stück die Donau herunter gepaddelt. Rolf hatte so manches Lehrerseminar hier verbracht. Auf den Steinen unten hatte er früher schon die Donau überquert.


Ein erstes kulturelles Highlight erwartete uns in Sigmaringen. Die Stadt liegt idyllisch am Fluss und wird von der weithin sichtbaren Schlossanlage beherrscht.


Mir schmeckte der Eiscafé im Theatercafe besonders gut. Von dort waren es nur noch 12 km bis zu unserem Tagesziel Mengen. Nicht weit, aber doch weit genug, um sich dabei aus den Augen zu verlieren. Sicher, ich war vorausgerast. Besonders bergab konnte ich dabei einen ziemlichen Vorsprung auf Rolf herausfahren. Aber es brauchte doch auch noch eine gewisse Blindheit von Rolf, um die reichlich platzierten Wegweiser zu übersehen. Ich hatte dem digital wenig erfahrenen Reisefreund extra ein Handy mit auf den Weg gegeben, um ihn in einem solchen Fall erreichen zu können. Doch wenn er das Handy nicht hört, ist auch dieser Verbindungsweg nichts wert. 


Da musste dann ein Schutzengel helfen, um wieder zueinander zu finden. Der tat das auch, und wir freuten uns gemeinsam über unser Familienzimmer bei Matiello in Engen. Es war einfach, aber geschmackvoll eingerichtet und verfügte über zwei separate Schlafräume. Doch davon später im nächsten Blog, sonst wird dieser Beitrag zu lang.


Mittwoch, 22. Juli 2020

Töffen am 18./19. Juli

Kaum zurück vom Doubs mit Ebike, stand schon das Töff Wochenende mit Michi und Peter an. Weil uns die Unterkunft in Sasbachwalden storniert worden war, entschieden wir uns für eine Übernachtung in Lörrach. Und weil am Freitag das Wetter durchwachsen war, starteten wir erst am Samstag.
 Michis Teilnahme stand schon länger fest. Kurzfristig stieß Peter noch zu uns. Die neue Triumph Street Triple wollte bewegt werden. Michis Oldtimer BMW 800 aus dem Jahr 84 hatte wohl gerade eine Inspektion hinter sich, was sie jedoch nicht daran hinderte, unterwegs aus einer Benzinleitung Sprit auf den heissen Motorblock abzugeben. Notdürftig mit Klebeband geflickt, hielt sie bis zum Sonntag durch.


Und so trafen wir uns im bewährten Café Gamp in Waldkirch, um uns vor Aufbruch nochmal süß zu stärken. Meine Yamaha XJ 900 lief wie immer ohne Probleme. Mit den schief hängenden Reisekoffern erweckte ich wie gewünscht den Eindruck eines Töff Haudegens, der ohne Rücksicht auf Ästhetik und Perfektion alle Landstraßen formvollendet durchbraust.
Puh, was für ein Satz!
Der Samstag war super. Wir führen über Birkendorf und Bonndorf nach Donaueschingen und machten dann Rast in der Kalten Herberge oben auf der B500. Dann weiter über Kichzarten, Todtnau, St. Blasien nach Wehr und meine Spezialstrecke über den Dinkelberg zurück ins Schissli Häusle. Dort erwartete uns Pia mit Pizza, die allen vegetarischen und glutenfreien Ansprüchen gerecht wurde.
Auch der Sonntag fing gut an, auch wenn ich den Rimsinger Baggersee nicht finden konnte. Die Besichtigung des Breisacher Münsters entschädigte uns fürs Schwimmen. Und die Fahrt durch die Lößlandschaft des Kaiserstuhls bot auch dem regioerfahrenen Dietmar neue Einblicke. Dann aber schlug der Sonntag zu. Der Ausflugsverkehr bei dem herrlichen Sonnenschein und der schlechte Strassenbelag auf den Kandel raubten unserem Peter den letzten Nerv. Auch mir schlug es aufs Gemüt, dass wir die letzten 100km im Stau fahren mussten. Und keine Chance, durch Überholen der Schlange entgehen zu können.
Am Ende stand fest: Töff fährt man besser in der Woche statt wochenends.



Donnerstag, 16. Juli 2020

Traum Energie Art Mühle

Diesmal war es die Unterkunft, welche die Reise so verlockend machte.


Durch Airbnb waren wir auf die Unterkunft von Christine gestoßen. Anfangs wollten wir den Energieort allein für uns nutzen. Aber dann kamen noch Klaus und Simone und Klaus und Evi dazu, und schon waren wir sechs Personen, die den Zauber der Mühle erleben durften. 


Aber eigentlich war es noch mehr als der Ort die Gastgeberin Christine und ihr Partner Xavier, die den Aufenthalt zum Erlebnis werden ließen. Die beiden verwöhnten uns am ersten Abend mit einem Menü, wie es sich ein Essensliebhaber wie ich nur wünschen kann. Nach Antipasti und Pilztorte folgte gegrilltes Gemüse mit Klöpfern, Merguez und Rindsfilet vom Feinsten. Und nach der Käseplatte folgte dasDessert und der Café. Dazu vertranken wir Bier und Wein in unbegrenzter Menge. 
Wurden wir einerseits perfekt versorgt, so ließen es sich die Gastgeber nicht nehmen, sich zwischendurch aufs Angenehmste mit uns zu unterhalten. Und das auch noch auf Deutsch in Frankreich!


Christine ist Glaskünstlerin aus Bern. Die Mühle ist ihr Arbeitsort und die Quelle ihrer Inspiration. Überall in Haus und Garten fanden sich Beispiele ihrer Kreativität. So wurden die zwei Tage in der Mühle für uns zu einem Aufenthalt unter Freunden. Ich kann nichts Schöneres über diese zwei Tage sagen.
Doch will ich euch auch erzählen, dass wir auf Fahrradtour waren.


Frohgemut ging es von uns aus nach St. Louis, und von dort mit dem Zug nach Montbeliard. Dort holten uns am Bahnhof Klaus und Evi ab. Und so ging es zu viert bei herrlichem Wetter nach Baume-les-Dames.


Der Euro Velo 6 ist wirklich hervorragend beschildert und führt zwischen Montbeliard und Besancon entlang des Doubs durch ein wunderschönes Flusstal. Ich zeig euch ein paar Bilder.





Immer wieder bestaunten wir die Flusslandschaft, die sich bei diesem Wetter von ihrer schönsten Seite zeigte. Der zweite Klaus und Simone waren ihrer kranken Enkel wegen erst später von daheim weggekommen und mussten mit dem Zug bis Baume-les-Dames nachkommen. 


Aber auch sie waren am zweiten Tag von der Radtour begeistert. Nach ausgiebiger Rast in einem schattigen Restaurant Garten erreichten wir am frühen Nachmittag Besancon, die Garnisonsstadt.


Leider blieb nicht viel Zeit, sie zu erkunden, wollten wir doch schon am Abend des französischen Nationalfeiertages wieder in einem Dorfrestaurant ein Menü mit Live Musik genießen. So kann einem das Übermaß an Schönem auch Stress bereiten!
Wenigstens wartete der letzte Tag mit schlechtem Wetter auf. Sonst hätte ich wirklich nicht gewusst mit welchen Superlativen ich mein Loblied hätte weiter singen können. Eine Zugfahrt mit Ebike ist immer anstrengend, selbst wenn die Aufzüge nicht so konstruiert wären, dass ein größeres Fahrrad nicht mehr hinein passt. 
Als wir in St. Louis den Zug verließen, hatten wir drei Zugbesteigungen hinter uns und nur noch den kleinen Rückweg nach Lörrach vor uns. Der Supermarche Match auf dem Weg versorgte uns dann noch mit gutem französischen Käse, so dass wir den Abend in schönsten Erinnerungen an Frankreich verbringen konnten. Vive la France!